mehr aus FAQ Stimme, Stimme & Ausdruck 26. Januar 2024

Warum haben wir eigentlich eine Micky-Maus-Stimme nach dem Einatmen von Helium?

Catharina Arp – Warum haben wir eigentlich eine Micky-Maus-Stimme nach dem Einatmen von Helium?
Helium einatmen: Lustig, aber nicht ganz ungefährlich!

Ich erinnere mich an Kindergeburtstage, an dem es schwebende Luftballons gab. Irgendwann kam dann immer jemand auf die Idee, das enthaltene Edelgas Helium einzuatmen und dann mit dieser Micky-Maus-Stimme zu sprechen. Was passiert da eigentlich genau mit unserer Stimme?

Damit ein Ton entsteht, braucht es Ausatemluft, die unsere Stimmbänder in Schwingung versetzt. Nach Einatmen von dem Edelgas Helium wird die Stimme deutlich höher und nasaler. Der lustige Klang beruht darauf, dass Helium eine kleinere Dichte als Luft hat. Der Schall ist also schneller unterwegs als in Luft und die Stimmbänder schwingen schneller. Dadurch werden die höheren Stimmanteile verstärkt. Umgekehrt kann das Einatmen eines Gases, das dichter als Luft ist, die Stimme tiefer klingen lassen.
Der Effekt hält so lange an, bis das Helium die Lunge wieder verlassen hat und komplett ausgeatmet ist. Dieses Helium-Experiment ist allerdings nicht ganz ungefährlich. Es sollte nur von kurzer Dauer sein, denn Helium verdrängt den Sauerstoff aus der Lunge. Wenn man es übertreibt, kann das schnell zu einer Unterversorgung bis hin zur Bewusstlosigkeit führen. 
Hier noch ein lustiges Video, in dem der Schauspieler Morgan Freeman und Jimmy Fallon mit einer „Helium-Stimme“ sprechen: "So klingen Morgan Freeman und Jimmy Fallon mit Helium-Stimme"